Friseur Lexikon
Fachbegriffe einfach erklärt

Rastazöpfe


Rastazöpfe - Frisur, bei dem das komplette Haar zu vielen kleinen Zöpfen geflochten wird

Rein gedanklich verbindet man Rastazöpfe meist mit der Musikrichtung Reggae, dem Sonnenstadt Jamaika, der Rastafari-Bewegung und Künstlern wie etwa Bob Marley. Diese Einschätzung ist korrekt, jedoch haben sich Rastazöpfe schon vor Jahren auch außerhalb dieser Szene etabliert. Die Frisur setzt sich aus einer Vielzahl von Zöpfen zusammen, die in der Regel sehr dünn und fein geflochten werden. Mehrheitlich handelt es sich nicht einzig um Echthaar, fast immer wird zusätzlich Kunsthaar zur Hilfe genommen, um nach der Bearbeitung eine höhere Dichte des Haars zu erreichen. Zudem lassen sich Rastazöpfe durch das zusätzlich eingeflochtene Haar länger gestalten. Infrage kommt das Flechten von Rastazöpfen erst ab einer Mindest-Haarlänge von rund zehn Zentimetern, so die Tipps von Friseuren. Wie lange es bis zur Fertigstellungen der Frisur dauert, hängt von der Haarlänge und der Zahl der Zöpfe ab.

Einige Stunden nimmt die Prozedur aber generell in Anspruch. Die Menge der Rastazöpfe kann zwischen 50 und 100 bei dicken, bis zu 150 bei mittlerer Stärke und über 200 bei sehr fein gestalteten Rastazöpfen liegen. Für drei Monate hält eine Frisur dieser Art normalerweise, zum Teil auch deutlich länger. Einmal mehr ist in diesem Punkt die Feinheit der Zöpfe entscheidend. Dabei halten sich feinere Zöpfe weitaus länger als gröbere. Allerdings sind die nachwachsenden Ansätze zwangsläufig nicht geflochten, was die Frisur nach und nach unperfekt aussehen lässt. So werden regelmäßige Nacharbeiten erforderlich, wenn das ursprüngliche Erscheinungsbild aufrecht erhalten werden soll. Aufgrund der zunehmenden Verfilzung raten Friseure üblicherweise dazu, die Rastazöpfe nach einem Zeitraum von etwa einem Vierteljahr spätestens wieder aufzuflechten. Andernfalls ist dies möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt gar nicht mehr möglich, so dass nur noch die Schere helfen kann.

Eine Empfehlung von Experten besagt, dass auf einen zu umfangreichen Kunsthaar-Einsatz verzichtet werden sollte, von einer zu strammen Flechtweise wird ebenso abgeraten. Für die Pflege der Rastazöpfe bieten sich eher milde Shampoos an, wobei das Haar am besten nur als Wasser-Pflegemittel-Gemisch aufs Haar gesprüht werden sollte. Anschließend kann das Wasser bequem aus dem Haar gepresst werden mit einem Handtuch, um dann einfach von selbst zu trocknen. Eine beliebter „Glaubenssatz“ ist falsch: Rastazöpfe sind fürs Haar absolut ungefährlich, schließlich wächst ständig ungeflochtenes Haar nach. Für den Geldbeutel hingegen sind solche Frisuren durchaus eine Gefahr – schlicht wegen des großen zeitlichen Aufwands für die Gestaltung.