Friseur Lexikon
Fachbegriffe einfach erklärt

Tönung


Tönung - Kurzzeitige, relativ schonende, aber wenige intensive Färbung des Haars als durch Coloration

Nicht jeder, der endlich mal wieder einen Typwechsel vornehmen möchte, wagt den Schritt zu einer permanenten Lösung mit Farben. Tönungen eignen sich ideal für alle, die in regelmäßigen Abständen etwas Neues am Haar ausprobieren möchten. Einer der großen Vorteile einer Tönung ist in der eher geringen chemischen Belastung fürs Haar zu sehen. Während richtige Colorationen einen erheblichen Angriff auf die Struktur des Haares darstellen, wird die Haarstruktur bei Verwendung einer Tönung nicht zerstört. Wird der Haarton mittels Tönung verändert, werden dem Haar lediglich Farbpigmente von außen zugeführt, diese dringen jedoch nicht ins Haar ein. Das bei Färbungen erforderliche Herauswachsen entfällt damit. Das Haar wird im Grunde mit einer weiteren Farbschicht umgeben. Diese Schicht wird schrittweise mit jeder weiteren Haarwäsche abgetragen.

Eine Parallele zwischen Tönungen und Colorationen gibt es aber bei genauer Betrachtung doch: In beiden Fällen kommt meist Wasserstoffperoxid als wichtiger chemischer Grundbaustein zum Einsatz. Wird das Haar regelmäßig getönt, führt dies zu einem Verlust der Feuchtigkeit des Haars. Eine Alternative können Tönungen auf Basis pflanzlicher Bestandteile sein. Sie greifen das Haar nicht nur in deutlich geringerem Maße an – sie können sogar zugleich eine sehr angenehme pflegende Wirkung auf belastetes Haar haben. Insgesamt ist zwischen Intensiv- und Direkttönungen zu unterscheiden. Diese wiederum können in mehrere Kategorien unterteilt werden. Beliebt sind etwa Schaumtönungen wegen der sehr einfachen Anwendung. Auch als Balsam- und Wäsche-Varianten gibt es Tönungen. Der deutlichste Unterschied zwischen Direkttönungen und Intensivtönungen zeigt sich beim Thema Haltbarkeit.

Direkt-Produkte sind in der Regel spätestens nach der zehnten Haarwäsche wieder heraus gewaschen, so dass erneute Anwendungen erforderlich sind. Um neue Farben zu testen, ist dies aber ein denkbar guter Ansatz. Die so genannten „semi-permanenten“ Intensivtönungen halten hingegen zwischen drei bis sechs Wochen und erlauben Produkt-abhängig eine Farbveränderung um etwa maximal drei Farb-Nuancen. Wissen müssen Interessierte, dass lediglich dunklere Farbtöne möglich sind mittels Tönung. Aufhellungen machen die Verwendung spezieller Produkte erforderlich. Anders als früher enthalten Tönungen heute nicht mehr generell Ammoniak, so dass die Belastung für die Haarstruktur mittlerweile geringer ausfällt. Die Farben verlieren schrittweise an Kraft und – für viele Nutzer ist dies besonders wichtig – sorgen auf diese Weise nicht für einen oft unattraktiv wirkenden Haaransatz im Zuge des Verblassens.

Noch relativ neu sind Tönungen in Form von Shampoos auf dem Markt vertreten. Diese Produkte sind auch als „Wash-in-wash-out-Shampoos“ bekannt. Oft sind sie bereits nach nur dreimaligem Waschen des Haars wieder verschwunden. Ideal also, um kurzfristige Farbexperimente durchzuführen, bis man endlich die eigene Traumfarbe gefunden hat. Ein Hinweis vom Experten: Von allzu dunklen Tönungen sollte man bei sehr hellem Haar Abstand nehmen. Das Ergebnis könnte sonst sich sonst in eher unschönen Farbveränderungen niederschlagen. Und wer legt schon Wert auf einen auffallenden Grünstich infolge einer Haar-Tönung. Produkte für ergrautes Haar erreichen eine Grauabdeckung in einer Größenordnung von etwa bis zu 40 Prozent. Wichtig ist bei Tönungen die richtige Pflege mit Haarkuren oder einem Pflegebalsam – am besten direkten nach dem Tönen, um der beanspruchten Schuppenschicht des Haars bei der Regeneration zu helfen. Übrigens: Auch in Verbindung mit stark Chlor haltigem Wasser können unerwünschte Farbveränderungen auftreten.