Friseur Lexikon
Fachbegriffe einfach erklärt

Tonsur


Tonsur - Frisur, die durch teilweise Rasur des Kopfhaares entsteht, meist religiös bedingt

Wie die Tonsur historisch erstmals thematisiert wird, liegt weitgehend im Dunkeln. So kann nicht genau definiert werden, wann sie als Frisur entstand. Auch wenn viele Herren der Schöpfung unter einem lichter werdenden Haarkranz leiden, der einer Tonsur ähnelt: Zu sagen ist, dass die Tonsur eine eigenständige Frisur ist. So war die geschorene Stelle am Hinterkopf damals ein Merkmal, an dem katholische Priester erkannt werden konnten. Auch ganz normale Gläubige trugen von Fall zu Fall eine Tonsur. Dabei wissen viele Menschen nicht, dass das Ausmaß der Tonsur Aufschluss über die Position eines Priesters innerhalb seines Ordens gab. So wuchs die Schur-Fläche vom frisch gebackenen Priester-Neuling hin zum Papst Stück für Stück. Bis zum Jahr 1973. In besagtem Jahr war es Papst Paul, der das Ende der Tonsur einläutete, weshalb die Tonsur heute üblicherweise nur bei Menschen mit Haarausfall (Alopezie) zu finden ist. Insbesondere bei der genetisch bedingten „Alopecia androgenetica“.

In Europa sind bis zu 80 % aller erwachsenen Männer von Haarausfall betroffen. Nicht immer entsteht eine Tonsur, oft kommt es zunächst lediglich zur Bildung der so genannten Geheimratsecken im Stirnbereich. Dennoch geht die Tonsur in der ersten Stufe des Haarausfalls oftmals mit den ersten sichtbaren Spuren der Geheimratsecken einher. In diesem Zusammenhang bildet die vollständige Glatze die letzte Stufe der Alopezie. Die bisher angebotenen Produkte gegen eine Tonsur verfehlen ihre Wirkung weitgehend. Sind Haare samt Haarwurzel abgestorben, sind sie nach derzeitigen Stand der Forschung für immer verloren. Abhilfe können in diesem Fall nur Eigenhaartransplantationen und Haarteile oder der bewusste Griff zum Haarschneidegerät schaffen.